James Reynolds wurde in Long Beach, Kalifornien/USA geboren.

1974 bis 1978 studierte er am San Francisco Conservatory of Music zeitgenössische Musik bei John Adams, elektronische Musik bei Alden Jenks und Percussion bei Michael Hinton und George Marsh. In dieser Zeit war er Mitglied des Conservatory New Music Ensemble unter der Leitung von John Adams und spielte zugleich in verschiedenen Ensembles der San Francisco Bay Area. 1978 schloss er sein Studium mit dem Bachelor of Music degree ab und reiste nach Europa, wo er Konzerte und Meisterklassen an der Folkwang Hochschule in Essen gab.

1980 zog er nach New York, um Schlagzeug und Percussion in Broadway- und Off-Broadway-Produktionen zu spielen. Von 1980 bis 1981 war er als Percussionist Mitglied der New Wave/Synth Punk Band "The Units". Außerdem tourte er mit verschiedenen Ensembles in Europa, was 1985 zur Übersiedlung nach Deutschland führte. In den folgenden Jahren wirkte er als Musiker in verschiedenen Theaterproduktionen mit und schrieb Kompositionen für Theater, Ballett, Jazz und Konzerte.

1990 komponierte er im Auftrag der Viola d'amore Society of America die "Fantasy Nr. 1 for Viola d'amore, Cello and Percussion". Das Stück wurde in den USA uraufgeführt und 1994 vom Hessischen Rundfunk gesendet. 1992 studierte er Komposition bei Michael von Biel and später bei Caroline Wilkins. 1995 begann J. Reynolds Hörspielmusik zu Literatur-Produktionen, Krimis, Märchen und Kinderhörspielen für den WDR (Westdeutscher Rundfunk) in Köln zu schreiben. Im Auftrag des Käthe-Kollwitz-Museum/Köln entstand 1995 die Musik zum Ballett "Töchter" für das Cathy Sharp Dance Ensemble, das anlässlich der "American Music Week" in der Bonner Bundeskunsthalle und später in Basel und Zürich auf die Bühne kam. Im selben Jahr schuf er zusammen mit dem Komponisten Michael Villmow "Die Mäusehochzeit" (ein Stück für zwei Musiker, die 25 Instrumente spielen, und Sprecherin). "Die Mäusehochzeit" wurde 1996 ins Repertoire der Kölner Kinderoper aufgenommen und 1997 und 1999 auch in der Philharmonie Köln gespielt. 1995 erhielt sie eine Auszeichnung als eines der zehn besten Kinderstücke Deutschlands.

2001 begann die Zusammenarbeit mit Pavel Mikulastik und seinem "Choreographischen Theater" an der Oper Bonn. J. Reynolds schrieb die Musik für die Tanztheater-Produktionen "Tanz-Marathon" (2001) und "Gilgamesch" (2002) sowie zum Musical "Rats" (2003). 2002 komponierte er "Vergeltung" in Zusammenarbeit mit dem Autor Christoph Klimke - eines der ersten Melodramen, bei denen Musik und Text von Vornherein als Bühnenversion konzipiert waren. 2003 trat das Bauhaus Dessau an ihn heran, und es entstand die Musik zu "Der absolute Klang des Punktes". Das Stück der russischen Kostümbildnerin Lena Lukjanova, geschrieben für einen Sänger und einen Flötisten, beschritt insofern neue Wege, als der Sänger und der Musiker das Bühnenbild mitgestalteten, indem sie lange farbige Papierbahnen in kandinsky-ähnliche Abstraktionen formten.

2004 lernte J. Reynolds den amerikanischen Filmemacher Jonathan Greenfield kennen und komponierte die Musik für dessen Kurzfilm "Chaim". "Chaim" wurde mit dem "Short Tiger 05" Filmpreis, dem "Regiepreis des Bayerischen Rundfunks 2005" und weiteren Nominierungen ausgezeichnet und hatte in den USA seine Premiere beim "Woodstock Film Festival" im Oktober 2005. Die Stiftung Laurenz-Haus lud den Komponisten 2004 für ein einjähriges Stipendium nach Basel ein. Dort arbeitete J. Reynolds an dem Oratorium "Das Moses Jahwe-Projekt" für Sopran, Orchester, Chor und Sprecher", ein Auftragswerk des WDR anlässlich des Weltjugendtages 2005 in Köln, das im Klaus-von-Bismarck-Saal des WDR zur dreifachen Aufführung gelangte.

2005 schrieb er die Musik zu der Video-Installation "Federalist/Anti-Federalist" der amerikanischen Video-Künstlerin Jennifer Nelson, welche 2005 in der Carl Berg Gallery in Los Angeles gezeigt wurde. Im Jahr darauf entstanden neue Hörspiele für den WDR. Ganz andere Herausforderungen verlangte 2007 die Musik zum Bühnenstück "Amerika" (nach dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka), das unter der Regie von Johann Kresnik eine monumentale Inszenierung des Bremer Theaters im alten Güterbahnhof von Bremen werden sollte.

2008 schuf J. Reynolds die Musik zu "Maestro", ein Stück, das auf dem Leben Herbert von Karajans basiert und unter der Regie von Johann Kresnik am Salzburger Landestheater aufgeführt wurde. Im Februar 2009 kam "Die Bibel als Theater" am Stadttheater Bern auf die Bühne. Regie führte der renommierte israelische Regisseur und Übersetzer Prof. Shimon Levy. Das Stück wurde vom The Jewish Theological Seminary zu der Veranstaltung "Jews/Theatre/Performance in an Intercultural World" in New York eingeladen. Außerdem eröffnete die Audio-Theater-Version von "Die Bibel als Theater" nach einem Vortrag von J. Reynolds die Konferenz in New York. Im März 2009 folgte er einer Einladung von Prof. Clarence Barlow an die Universität von Kalifornien, Santa Barbara, um dort als "visiting artist" seine Musik vorzustellen und über seine Arbeit als Komponist und Musiker zu referieren.

Im Januar 2010 inszenierte Johann Kresnik am Stadttheater Osnabrück ein Bühnenstück über den Maler Felix Nussbaum mit der Musik von James Reynolds. Eine Uraufführung desselben Teams mit dem Text von Christoph Klimke zum 225. Geburtstag des extravaganten Fürsten Pückler ("Fürst Pücklers Utopia") folgte im Oktober am Staatstheater Cottbus.

Im Übrigen stand das Jahr 2010 im Zeichen von Filmmusikkompositionen, etwa für die ZDF-Produktion "Opfer und Verführer - Das Schicksal der Kastraten" mit Cecilia Bartoli oder für die Dokumentation "Akte Theo: ungelöst - Eine Baseler Spurensuche" bei arte.

James Reynolds schrieb die Musik für eine Lesung und Tanz Performance auf Basis von Heinrich von Kleists Essay "Über das Marionettentheater" für das "Accor Festival für Alternatives Theater" in Israel. Die Aufführung fand im Juli 2011 statt.

Am 18.02.2012 feierte die "Sammlung Prinzhorn" von Christoph Klimke im Theater und Orchester Heidelberg Premiere. Regie führte Johann Kresnik, James Reynolds komponierte die Musik. »mehr Infos

Zur Zeit komponiert James Reynolds in Zusammenarbeit mit der deutschen Kinderbuchautorin Cornelia Funke eine Oper mit dem Titel "Geisterritter" (Ghost Knight). Das Libretto kommt aus der Feder von Christoph Klimke. Nach erfolgreichen Verfilmungen und Theaterinszenierungen ihrer international bekannten Bücher ist dies die erste Opernfassung eines ihrer Werke.